Die Erfolgsgeschichte der Firma LEGO

12.09.2015 10:27

LEGO - Was steckt dahinter?

Es ist in aller Munde und Hände - LEGO, die robusten Plastiksteine, die in allen Farben und Formen zu uns kommen und unsere Kreativität anregen. Aber was steckt wirklich hinter dem Markennamen, welche Menschen und welche Geschichte? Werfen wir einen Blick hinter die Kulissen.

Die Geschichte...

...Gegründet wurde das dänische Unternehmen 1932 von Tischlermeister Ole Kirk Christiansen, jedoch ursprünglich zur Herstellung von Holzspielzeugen. Der passende Name Lego (vom dänischen „leg godt“ = spiel gut) kam 1934 ins Spiel. 
Erste Parallelen zu den heutigen LEGO Steinen kamen 1949 als bunte Kunststoffquader auf den Markt. Allerdings waren sie innen komplett hohl und konnten so nicht mit ihrer Stabilität in Bauwerken punkten. Das Problem löste man schließlich, indem man hohle Röhren in die Unterseite integrierte. Eine weitere Sparte, die einigen vielleicht unbekannt ist, war der der Bau von Modellfahrzeugen in den 1950er und 60er Jahren. Dazugehörige Gebäude konnte man bereits selbst aus Bausteinen zusammenbauen. 
Ab 1996 ist es offiziell - der Legostein wird vom Deutschen Patent- und Markenamt als Marke eingetragen. Jedoch wurde dieses Vorrecht 2009 wieder gelöscht, da das System des Zusammensteckens und Klemmen mittels der Noppen allen zugänglich bleiben soll. Schließlich handelt es sich dabei um eine grundlegende Technik, die es auch vor LEGO bereits gab.
 
LEGO blieb nie stehen und wollte sich immer weiterentwickeln. Neben speziellen Steinen für Architektenbüros oder Werkzeug-Baukastensysteme entwickeln sie auch ständig neue Bauteile, wie etwa transparente Steine oder Räder. Das Bedeutsamste dabei ist, dass alle Teile miteinander kombiniert werden können, womit auch altes LEGO seinen Wert nicht verliert. 
Eine finanzielle Krise 2003 konnte das Unternehmen mit der Bionicle-Serie überwinden.
Die Personen, die momentan hinter LEGO stecken, sind Kield Kirk Kristiansen, Enkel des Firmengründers, Niels Jacobsen, sowie Jørgen Vig Knudstorp, der Geschäftsführer.

Die Produkte

Figuren und Themenserien

Ab 1974 konnte man mit drehbaren Arm- und Kopfteilen bereits die ersten menschlichen Figuren bauen. Etwas später in diesem Jahr erschienen bereits Figuren, die den unseren ähneln, und deren gesichtslosen Kopf man drehen konnte. Ab 1978 gab es schließlich die auch heute noch üblichen Miniatur-Figuren. 
Ein weiterer Punkt, indem sich die Entwickler in Kreativität geübt haben, sind die zahlreichen Themenserien:
  • LEGO City - das erfolgreichste und langlebigste Thema mit einfachen Szenen aus dem Alltag
  • Ritter und Burgen - 1978 eingeführt und unter den Namen Knight’s Kingdom, Castle und Kingdoms bekannt
  • Piraten - seit 1989 mit Pausen in der Produktion
  • Western - seit 1996, aufgrund Misserfolgs eingestellt, allerdings wieder neu aufgelegt 
  • Wikinger - 2005 bis 2006
  • Exo Force - Science Fiction Thema mit japanischen Animationsfilmen, nach dem großen Anfangserfolg 2006 entpuppte sich die Reihe als Fehlschlag
  • Abenteuer - seit 1998, spielt in Ägypten und seit 2000 auch im Dschungel Süd-Amerikas sowie in einer Dinosaurier Welt
  • Eisenbahn - seit 1966 und erfreut sich bis heute größter Beliebtheit
  • Weltraum - seit 1979 durch den Erfolg von Star Wars begonnen und bis heute fortgeführt
  • Belville, Friends - ab 1994 versuchte man mit vorwiegend beigen und pinken Steinen sowie speziellen Figuren auch Mädchen für LEGO zu begeistern, die nicht viel für das Bausystem übrig hatten
  • Spiele - seit 2010 kann man auch LEGO Brettspiele spielen, wobei „Heroica“ das beliebteste darstellt
  • Lizenzthemen - es begann mit einer Kooperation mit Lucasfilm, der mittlerweile über 240 Lego-Star-Wars-Sets entsprungen sind; weiter darf LEGO auch Produkte herstellen zu Harry Potter, Batman, Spider-Man, Pirates oft he Caribbean, SpongeBob Schwammkopf und Indiana Jones, Toy Story, Cars und schließlich, seit 2011, Lord of the Rings 
  • Ideas - Fans überlegen sich selbst Sets, welche mit etwas Glück in die Produktion aufgenommen werden, bisher gelang dies nur LEGO Minecraft
  • Ninjago - handelt von vier Ninjas und gehört zur gleichnamigen TV-Serie
  • Saisonprodukte - Adventskalender

Einige weitere LEGO Produkte

Für die Jüngeren gibt es Duplo, dessen Steine doppelt so groß und somit leichter zu handhaben sind, sowie Quatro-Steine, die doppelt so groß wie Duplo-Steine sind und abgerundete Ecken besitzen, oder die dreimal größeren Primo-Bausteine. Die letzten zwei Serien wurden jedoch wieder eingestellt.
Für die älteren Kinder wurde 1977 die LEGO Technic Reihe eingeführt. Dann gab es auch noch Bionicle, zu dem sich sogar vier Animationsfilme entwickelt haben, sowie Videospiele und Sammelkarten. Lego Magnetic, wie der Name schon sagt mit magnetischen Steinen, ist eine eher unbekannte Serie.

Lego Software

Computerspiele

Seit den 1990ern gibt es LEGO auch auf dem Bildschirm zu erleben, als Computer- oder Konsolenspiele. Die meisten lassen sich wie herkömmliche Spiele mit den für ihr Genre charakteristischen Eigenschaften spielen, das Ganze in Levels, die aus virtuellen Legosteinen errichtet wurden. Mit LEGO Creator kann man selbst virtuelle Welten bauen. Doch die meisten Spiele hatten einen Film als Vorlage, so etwa Harry Potter oder Indiana Jones. Zwei Jahre lang konnte man auch Teil des MMORPG Lego Universe werden und gemeinsam mit anderen spielen. 

Digital Designer

Dieses kostenlose Programm auf der LEGO Internetseite ermöglicht es Menschen, ihre eigenen Sets virtuell zu erstellen. 

LEGO Mindstorm

Damit kann man Roboter bauen und programmieren. Basis eines jeden Roboters ist dabei der Robotics Command System (RCX), eine Art programmierbarer Lego Stein. An ihn können auch verschiedenste Sensoren angebracht werden, sowie Elektromotoren oder Leuchtsteine. Nachfolger des RCX sind der NXT und EV3. 

Die Faszination Lego

Das LEGO Universum geht noch viel weiter. Wir sprechen von Freizeitparks (Legoland), Filmen (Dokumentationen oder der Animationsfilm „The Lego Movie“) oder Merchandise wie Tassen, Stifte, Bücher, etc. Kein Wunder, dass es auch zahlreiche Menschen gibt, die sich mit LEGO beschäftigen, ohne selbst Teil der Firm zu sein. So gibt es etwa einige Firmen, die die Plastiksteine nachbau(t)en (Rasti, Formo-Steine, Coko-Spielzeuge). Menschen versuchen mit den Bausteinen die unterschiedlichsten Weltrekorde zu brechen (wobei Lego selbst als größter Reifenhersteller der Welt einen Weltrekord in Händen hält). Selbst um bereits gebrauchtes Lego hat sich ein Markt entwickelt. Ganz nach dem Motto Recycling kaufen Firmen altes Lego auf (als Kiloware oder in einzelnen Sets), reinigen es und verkaufen es schließlich wieder weiter, wie es auch hier bei uns passiert. 
 
Und somit endet hier die Geschichte über einen dänischen Spielzeughersteller, der mit seinen Produkten viele Menschen auf gewisse Art und Weise beeinflusst und immer wieder für spannende Stunden sorgt.
 

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